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Altersvorsorge – eine Notwendigkeit auch für Gründer

Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass Existenzgründer versicherungspflichtig werden, um Altersarmut zu verhindern. Erwartet wird u.a. ein Wahlrecht zwischen einer kapitalbasierten Basisrente, genannt auch „Rürup-Rente“ und Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Die Rentenzahlungen sind später ggf. mit einem niedrigeren Satz zu versteuern, darin kann ein wichtiger Vorteil liegen. Was ist die bessere Vorsorge? Siehe dazu u.a. im FAZ-Archiv mit Titel: „Mehr Geld im Alter“. Aber alles ist z.Zt. im Fluss, außer, dass die gesetzliche Rentenversicherung dazugehört. Die Entwicklung in den Medien kann mit diesem Link stets aktuell verfolgt werden.

Als Vorsorgeaufwendungen für die Basisrente können für 2020 Beiträge bis 25.046€ /Jahr zu 90% vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden. Pro Jahr steigt Beides um 2%, d.h. ab 2025 können 100% geltend gemacht werden. Für die Auswahl der günstigsten Versicherungsform und eines günstigen Anbieters stehen diverse Vergleichsportale bereit, z.B. RÜRUP-RENTE IM TEST oder Was ist die ETF-Basisrente? (Die Vergleichsportale werden z.T. von den Versicherungen finanziert und  berücksichtigen nur einen Teil des Angebots) Rüruprente „Stiftung Warentest“ ist ein neutrales Portal, siehe Test.de konnte aber auch nicht alle Angebote berücksichtigen.

Mögliche Vorteile der Basisrente:

  • Die Rentenzahlung ist unabhängig von der Entwicklung der Altersstruktur.
  • Mit der fondsgebundenen Basisrente kann in begrenztem Umfang am Fondserfolg partizipiert werden, das Risiko, das angestrebte Rentenniveau zum Zeitpunkt des Rentenbeginns nicht zu erreichen, ist entsprechend höher. Je jünger jemand beim Einstieg ist, desto geringer wird dieses Risiko, weil erfahrungsgemäß der Erfolg mit Aktien längerfristig gesehen eintritt. Siehe dazu  50 Jahre Aktien-Renditen
  • Die steuerlich nutzbaren Einzahlungen sind höher als bei der gesetzlichen Rente – Bleibt der Gründer gesetzlich krankenversichert, wird von der Basisrente kein Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag abgezogen.

Mögliche Nachteile der Basisrente:

  • Die Versorgung von Hinterbliebenen ist nur begrenzt gegen Mehraufwand möglich, sie bezieht sich normalerweise auf die eingezahlten Beiträge.
  • Die Garantierenten liegen weit unterhalb der in Aussicht gestellten Rente. Bei fondsgebundenen Angeboten wird z.T. weniger als 30% der in Aussicht gestellten Renten garantiert, bei den klassischen Modellen über 50%.

Tipp:

Im Internet werden verschiedene Vergleiche zwischen den Anbietern zur Verfügung gestellt.  Neutral verhält sich die „Stiftung Warentest“, aber auch hier haben nicht alle Anbieter teilgenommen. Für 1€ bekommen Sie dort mit dem Link – siehe oben – eine neutrale und qualifizierte Auskunft.

Als Vorsorgeaufwendungen in der gesetzlichen Rentenversicherung können 2019 freiwillige Beiträge bis zu 18,6% des Einkommens von monatlich max. 6630 € = 1.246,20 € zu 90% vom steuerpflichtigen Einkommen abgesetzt werden, ab 2025 sind es 100%. Mit Rentenversicherungspflicht Selbständige kann geprüft werden, ob Selbstständige ggf. schon heute rentenversicherungspflichtig sind.

Mögliche Vorteile der gesetzlichen Rente:

  • Die Steigerung des Volkseinkommens wirkt sich auf die erreichte Anwartschaft während der Einzahlungs- und der Rentenzeit voll aus. Siehe dazu: Wie funktioniert die jährliche Rentenanpassung? Bisher brachte dies durchschnittlich 1,37% pro Jahr.
  • Eine Hinterbliebenenrente an Ehepartner und Kinder ist enthalten.
  • Erhebliche finanzielle Zuschüsse des Bundeshaushalts stützen das Rentenniveau. – Die gesetzliche Rente hat sämtliche Finanzkrisen seit Anbeginn überstanden, da sie eine umlagenfinanzierte Rente ist.

Mögliche Nachteile der gesetzlichen Rente:

  • Die zur Zeit garantierte Rentenformel gilt nur bis 2025. Danach sollte aufgrund der Entwicklung der Altersstruktur mit geringeren Rentenanpassungen pro Jahr gerechnet werden. – Ebenfalls muss ab 2024 aufgrund der Altersstruktur mit höheren Beiträgen statt bisher 18,6% vom Bruttolohn gerechnet werden.
  • Je länger der Zeitraum ist, desto wahrscheinlicher wird ein Rentenbeginn z. B. erst mit 69 Jahren, wie es die Bundesbank empfiehlt. D.h. der Rentenbeginn wird wohl 1 Monat später pro Jahr nach 67 Jahren beginnen. Wann dies beginnt, ist offen.

Tipp:

Eine Rentenschätzung der gesetzlichen Rente ist mit diesem Excelrahmen möglich, beachten Sie dabei die o.a. Hinweise.

 

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