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Risiken absichern? Aber bitte die Richtigen!

Genau wie ich vor einigen Jahren stellt sich vermutlich jeder Gründer (oder angehender Unternehmer) die Frage, ob der Schritt aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit wirklich das Richtige ist.

Neben dem grundlegenden Risiko der Einkommenssicherheit, welches durch den Wegfall eines „sicheren“ Arbeitsvertrag im Regelfall zunimmt, macht man sich natürlich Gedanken darüber, was in Zukunft mit der Unternehmung passieren könnte und welche Situationen möglich sind.

„Was passiert, wenn mich ein Kunde verklagt?“ – „Was passiert, wenn ich mal einen längeren Zeitraum erkranke?“ – „Was passiert, wenn mir über Nacht das Büro abbrennt?“

Dies sind nur wenige Fragen, die wohl jedem Gründer durch den Kopf gehen und deren Lösung meist mit einer Versicherung darstellbar ist. Nur welche? Bei dem Überangebot an Informationen und verschiedensten Meinungen, die das Internet liefert, verliert man schnell den Mut. Hier ist guter Rat gefragt. Deshalb ist es am Anfang – optimalerweise vor – der Unternehmensgründung zu empfehlen einen Spezialisten in diesem Bereich aufzusuchen und sich eingehend beraten zu lassen.

Grundlegend lässt sich festhalten, dass man die Risiken absichern sollte, die die Unternehmung bzw. die Person dahinter wirtschaftlich ruinieren können. Diese Risiken können sich je nach Art des Gewerbes auch unterscheiden.

Um gegen Personen- und Sachschäden versichert zu sein, die beim eigenständigen Ausüben der Arbeit sowie durch einen Mitarbeiter entstehen können, ist eine Betriebshaftpflichtversicherung zwingend notwendig. Diese Versicherung ist vor allem für sämtliche handwerkliche Tätigkeiten unabdingbar. Beispielsweise greift der Versicherungsschutz, wenn ein Maler beim Hausanstrich Werkzeuge auf das Auto des Kunden fallen lässt (Sachschaden). Denkbar wäre auch eine Situation, bei der ein Friseur den Kunden beim Haarschnitt verletzt (Personenschaden).

Außerdem sollten auch Vermögensschäden, die durch die berufliche Ausübung entstehen können, abgedeckt werden. Hierzu dient die Berufshaftpflichtversicherung. Klassische Szenarien, die unter diesen Versicherungsschutz fallen, tragen sich vor allem im beratenden Gewerbe zu. Stellen Sie sich vor, Sie bitten Ihren Rechtsanwalt ein Schreiben in einer Fristsache aufzusetzen und dieser versäumt den Termin, wodurch Ihnen ein wirtschaftlicher Schaden entsteht. Diesen Vermögensschaden können Sie bei dem Rechtsanwalt einfordern, der dies wiederum seiner Berufshaftpflichtversicherung meldet, die dann den Schaden erstattet. Aber auch für handwerkliche Betriebe macht diese Art der Versicherung Sinn. Um bei dem oben genannten Beispiel mit den Malerarbeiten zu bleiben: Fällt das Werkzeug nicht auf den Privat-PKW sondern auf den Imbisswagen des Kunden, welcher deshalb für den Zeitraum der Reparatur Verdienstausfälle hat, werden diese von der Berufshaftpflichtversicherung des Malers übernommen.

Ein weiteres – oft unterschätztes – Risiko stellt die Berufsunfähigkeit dar. Dies bedeutet, dass aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung der Beruf (oder das Gewerbe) für einen gewissen Zeitraum nicht weitergeführt werden kann und somit keine Einnahmen generiert werden können. Wie würden Sie selbst Ihr Risiko einschätzen? Laut dem deutschen Online-Portal für Statistik (de.statista.com) besteht die Wahrscheinlichkeit für einen 20-jährigen Mann (Frau) bei 43 % (38 %) bis zum 65. Lebensjahr mindestens einmal berufsunfähig zu werden. Gerade als Selbständiger ohne die Möglichkeit in einem großen Konzern auf eine andere Stelle versetzt zu werden, die gesundheitlich noch ausgeübt werden kann, sollte dieses Szenario nicht verharmlost werden.

Nachdem dann die bisher beschriebenen Risiken adäquat abgedeckt sind, kann in einem zweiten Schritt über eine private Krankenversicherung oder diverse Rentenversicherungsmöglichkeiten nachgedacht werden, welche gerade für selbstständig tätige Personen große Vorteile mit sich bringen. Weitere Erläuterungen hierzu sind jedoch nicht verallgemeinerbar und können nur individuell geplant werden.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass man auf jeden Fall das Nötigste – das, was den wirtschaftlichen Totalschaden mit sich bringt – absichern muss. Anschließend sollten noch weitere ökonomisch sinnvolle Versicherungen, die der Optimierung der Gesamtunternehmung dienen, an das Gewerbe und die jeweiligen Lebensumstände des Gewerbetreibenden angepasst werden. So kann dann mit einem guten und sicheren Gefühl in das Unternehmerdasein gestartet werden!

Milica Tanasic
Versicherungsfachfrau
Finanzanlagenfachfrau

Tel.: 0611 – 8 90 90 51
Fax: 0611 – 8 90 90 16
Milica.Tanasic@haus-wohnen.de

 

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